Mit den Kontrollen ist das hier so eine Sache. Manchmal werden wir überkontrolliert, dann werden wir fast schon übersehen. An einem Tag haben wir nur eine Kontrolle die beim Eintritt ins Stadion erfolgt, dann sind es plötzlich drei. Eine unterwegs während der Busfahrt, wobei alle Aussteigen müssen und der Bus genauso wie die Passagiere gefilzt werden, dann eine beim Eintreten auf das Gelände und eine dritte beim Medieneingang ins Stadion. Manchmal sind die Kontrollen streng und man wird gefilzt, selbst wenn der Metalldetektor keinen Ton von sich gibt. Das reicht dann von Laptop anschalten bis hin zu Taschenleeren und Wasser-aus-der-Flasche-trinken oder gleich abgeben. Und manchmal übersehen die uniformierten Herren mit Walky-Talky meine Laptop-Tasche, die getragene Jacke oder die Taschentuch-Wölbung in meinen Hosen, die sonst immer doppelt kontrolliert wird.

Ich stelle mir das dann jeweils so vor: morgens sitzen zwei Sicherheitsbeamte, spielen Yazzee und würfeln dazwischen, wie hart die Kontrolle am heutigen Tag sein sollen. „Du Vladimir. Würfel doch du heute. Ich hatte gestern nur eine Zwei…“ Und zack, schon würfelt Vladimir für seinen Kollegen Dimitri eine fünf oder sechs. Die Namen für dieses Theater sind natürlich frei erfunden.

Aber lassen wir das mit dem Sarkasmus und den Kontrollen. Eigentlich geht es ja um den Sport und die Eishockeyspiele. Und währenddessen ist mir dort etwas Lustiges widerfahren. Ich sitze im Stadion am einen Ende des untersten Medientisches. Gleich neben mir sind die Treppen und da gehen in den Pausen Zuschauer auf und ab. Da kommt plötzlich ein älterer Herr mit grauem Haar und schiefer Zahnstellung zu mir und spricht wild gestikulierend auf mich ein. Mehr als „English only“ konnte ich darauf nicht entgegnen. Der Mann ignorierte das grosszügig, sprach weiter auf Russisch und gestikulierte wild. Ich, drückte nun als wäre ich in eine Italienischen Diskussion verwickelt, meinen Daumen auf die vier Finger und sagte: „iiiing – lisch!“. Den Herrn mit kariertem Hemd und grauer offener Jacke hat das nicht gekümmert, also fuhr er scheinbar ohne Punkt und Komma weiter, worauf ich sagte: „No Russian. Ing – lisch!“. Er winkte ab wie es Doug Shedden nach einer Schiedsrichterentscheidung tut, ging davon und murmelte ein paar Worte. Um ehrlich zu sein, frage ich mich noch heute, was er bei mir auf der Pressetribüne überhaupt zu finden glaubte…

 

Erschienen im Der Unter-Emmentaler

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: