Vor zwei Jahren zur gleichen Jahreszeit hatte ich ähnlich mulmige Gefühle wie vergangene Woche. Spasseshalber habe ich damals auf Facebook gefragt, ob man für eine Reise ins Weissrussische Minsk eine Survival-Ausrüstung benötigt. Meine nun bereits vierte Reise an eine Weltmeisterschaft führt mich in diesem Jahr in die russische Hauptstadt. Moskau, Moskau, wirf die Gläser an die Wand, Russland ist ein schönes Land. Oder, Dschinghis Khan?

Tatsächlich waren die Parallelen zum befreundeten und benachbarten Land frappant. Nur schon nach meiner Landung kam ich mir beobachtet vor. Die ständige Präsenz von gepolsterten und bewaffneten Sicherheitsleuten liessen den Eindruck entstehen, noch heute würden Feinde Unruhe stiften. Als ich beim Hoteleingang drei mit Schlagstock und Handdetektoren bewaffnete Männer sitzen sass, war ich entsprechend überrascht und nahm an, dass die Kontrollen noch zahlreicher ausfallen werden, als damals in Minsk.

Schwierig war derweil das Erkunden der Stadt. Metrostationen sind nur in Kyrillisch angeschrieben, weshalb trotz vorhandener Metro-Karte ein munteres Rätselraten von Standorten erfolgt. Immerhin haben die meisten Restaurants englische Karten, sprechen können aber nur die wenigsten in Englisch oder Deutsch, sodass man überrascht ist, wenn es einmal jemand kann. Und mit wildem gestikulieren ein Rindsteak bestellen scheint zwar spassig, aber wenig erfolgreich.

Mit einem hat Dschinghis Khan recht: Russland – jedenfalls Moskau – ist schön. Der rote Platz mit dem Kreml, die Basilius-Kathedrale mit den farbigen Kuppeln und die Christ-Erlöser-Kathedrale mit den goldenen Dächern, beeindruckt. Touristisch gesehen ist die Hauptstadt Russlands deshalb zurecht ein beliebtes Reiseziel. Deshalb bin ich gespannt, ob wie vor zwei Jahren in Minsk, auch hier die Eishockey-Euphorie derart gross sein wird.

 

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