Wenn etwas schief geht, dann geht es richtig schief: In der letzten Woche habe ich bei einem Auftrag genau diese Erfahrung gemacht. Eigentlich hätte ich eine Story über einen Holzfäller-Kurs machen müssen. Was letztlich resultierte, brachte selbst mich zum Schmunzeln. Meine Erlebnisse während ich den Auftrag ausführte, finden sie mit einer Bildergalerie in diesem Blog.

Ich habe in der letzten Woche von einem Kollegen, einen Auftrag übernommen. Er hörte, dass im Schattsitenwald ein Holzfällerkurs stattfindet. Diese Story habe ich gerne an seiner Stelle gemacht, denn immerhin dürften solche Aktionen gute Bilder geben.

Ich habe dann mit Fritz Moser, dem Leiter des Kurses, einen Termin abgemacht. Vor Ort befragte ich ihn zu seiner Arbeit, bevor wir in den Wald gingen.Ganz beiläufig habe ich Fritz Moser gefragt, wo wir denn hingehen würden. Und ob ich denn dorthin fahren könne. Wir waren uns einig, dass mein Audi A3 auch ohne Quattro-Antrieb ans Ziel kommen würde.

Fritz Moser fuhr wenig später mit seinem Fahrzeug voraus und ich fuhr schwungvoll hinterher. Kurve eins – schwungvoll überwunden. Kurve zwei, drei und vier nahm ich etwas langsamer, aber selbst da blieben Probleme aus. Erst als ich mich fast sicher fühlte, wurde es schwierig. Und tatsächlich: Ich blieb stehen. Nichts ging mehr.

Sofort war mir klar: Jetzt gehts nur noch rückwärts hinunter weiter. Auf dem Weg zu bleiben war zuerst einfach. Als ich aber aus dem Wald kam, wurde meine Sicht durch die Heckscheibe von einem Schneesturm beeinträchtigt. Ich versuchte langsam weiter zu fahren, nach wenigen Sekunden fuhr ich aber zu weit. Mit einem Rucken landete ich mit meinem Fahrzeug neben der vorgesehenen Route und kam weder vorwärts noch rückwärts. Fritz Moser, der mein Fehlen am Ziel bemerkte, hatte längst gewendet und kam mir entgegen. Er zeigte grosses Verständnis für meine peinliche Lage. Aussteigen konnte ich kaum, auf der Beifahrerseite war der Schnee zu hoch, sodass die Tür rasch stockte. Fritz Moser schaufelte mein Auto mit den Füssen frei und mit Hilfe eines Kursteilnehmers schob er mich auf die Strasse zurück, während ich im Rückwärtsgang Vollgas gab.

Nun, leider ist diese Geschichte der Peinlichkeiten noch nicht vorbei. Als mich Fritz Moser dann in seinem Vier-mal-Vier hinauf mitnahm, wollte ich eigentlich mit dem Fotografieren beginnen. Über einen holprigen und rutschigen Weg kam ich zur ersten Gruppe, die einen Baum fällen wollte. Ich nahm die Kamera in den Anschlag, wollte das Licht korrekt einstellen und bemerkte, dass mein Akku leer war. Der Ersatzakku lag erfreulicherweise im Auto, welches ich am Fuss des Schattsitenwaldes zurückliess. Fritz Moser zeigte sich dann erneut sehr freundlich und gab mir den Schlüssel seines Autos. Und das, obwohl ich wenige Minuten zuvor meinen eigenen Wagen im Schnee versenkte. Jedenfalls holte ich meinen Akku – unfallfrei – und stand ein paar Minuten später erneut vor dem zu fällenden Baum.

Und dann wurde es erst richtig interessant. Mir wurde gesagt, dass ich gewarnt werde, wenn der Baum kippt. Er sei gesichert und die Fallrichtung sei nach oben vorgegeben. Doch plötzlich schrien rundum alle Holzfäller lauthals: «Achtung!!» Der Baum machte sich selbstständig und kippte, bevor es vorgesehen war. Moser erklärte später, dass kein Fehler unterlaufen sei. Der Wind lupfte den angesägten Baum und brach den Rest des Stammes weg. Verletzt wurde niemand, der Baum fiel in die geplante Richtung. Aber somit war ich immerhin nicht der Einzige, bei dem an diesem Tag nicht alles wie gewünscht klappte.

Als ich wieder an der Wärme war, konnte ich bereits über meinen Nachmittag lachen. Auch wenn es die hilfsbereiten Holzfäller in Ausbildung nicht laut gesagt haben, dürften sie in etwa gedacht haben: «De Journalischt, dä Afänger, muess einisch usem Büro und scho fohts Ghetto ah …»

 

Der Artikel, der aus dieser Geschichte letztlich resultierte, wurde im Unter-Emmentaler publiziert. Diese Seite finden Sie hier.

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